Die Idee

Mit dem ersten Start im Bergfalken D-1651 der Ottengrüner Heide (EDQO) begann 1985 meine Faszination am Fliegen. Der 37. Start (5:48 gesamt) war mein erster Alleinflug. In die gleiche Zeit reicht auch das Interesse an Flugsimulationen zurück – damals noch mit dem „Brotkasten“ (Commodore C64) und dem subLOGIC Flight Simulator II (youtube, Wiki).

Konnte zur Zeit der 8-Bit-Computer und der ersten PCs die Darstellung in Anlehnung an einen künstlichen Horizont mit ein paar Linien als Gebäude noch begeistern, hat die Flugsimulation mittlerweile eine ebenso rasante Entwicklung genommen wie die Computertechnik.

Ein herausragendes Highlight in dieser Entwicklungsgeschichte ist X-Plane von Austin Meyer. Der Firmenname – Laminar Research – ist Programm und genau das macht auch den technischen Unterschied zu anderen Simulationsprogrammen aus. Denn X-Plane wurde primär nicht als Spiel konzipiert, sondern als physikalisches Simulationsprogramm für laminare Luftströmungen um aerodynamisch wirksame Flächen – den Airfoils. Das ist deshalb hervorzuheben, weil als Flugmodel keine Beschreibung des Verhaltens vorliegt – Stick nach rechts, dann kippe auch den Flieger nach rechts usw. Sondern es werden ganz elementar die durch die Anströmung der Flächengeometrie auftretenden Kraftvektoren berechnet (für mathematisch Interessierte: BET), die dann nach den Gleichungen der Newtonschen Mechanik in eigentliche Bewegung der Flugzeugzelle umgerechnet werden.

Die Simulation ist (entsprechende Rechenleistungeistung vorausgesetzt) so präzise, dass mit X-Plane das Flugverhalten von in Entwicklung befindlichen Neukonstruktionen getestet wird, noch bevor ein realer Prototyp gebaut ist. In anderen Worten: Was in X-Plane nicht fliegt, fliegt in echt schon zweimal nicht! Darüber hinaus hat X-Plane auch eine FAA-Zertifizierung für die reale Pilotenausbildung.

Der echt geniale Hammer dabei ist, dass man für weniger als 100€ die gleiche leistungsfähige Software für die private Nutzung bekommt, wie sie auch in der FAA-Zertifizierung und in der aerodynamischen Entwicklung zum Einsatz kommt. Eine zwischenzeitlich exzellente grafische Darstellung, eine Fülle an exakt modellierten Flugzeugtypen und eine rasant wachsende, hochaktive Community kamen im Laufe der Entwicklungsjahre sukzessive dazu.

X-Plane hat mittlerweile einen Reifegrad erreicht, für den die Behauptung „Ultra-Realistic Flight Simulation“ definitiv nicht einfach nur eine Werbephrase ist. Auch im Home-Bereich, auf aktueller PC-Hardware ist mittlerweile ein Höchstmaß an realem Simulationsverhalten möglich und entwickelt dort seine absolut eigene Faszination.

Mein besonderes Interesse gilt dabei den Hubschraubern, da ich mir seit 2004 meinen absoluten Jugendtraum erfüllt habe, selbst solche Maschinen zu fliegen:

CH7

Und aus der Realität erwachsen natürlich auch besondere Erwartungen und Maßstäbe an das Verhalten der Drehflügler in der Simulation.

Aber eine Simulation – wie exakt auch immer – kann nur so gut sein, wie die Steuereingeben, die sie zu verarbeiten hat. Während mechanisches Spiel, mangelnde Auflösung und Signalrauschen der Controls (Joystick, Pedale usw.) durch die inhärente Stabilität bei Flächenflugzeugen noch  tolerierbar sind, erweist sich das bei Hubschraubern als absolutes Dilemma!

Bei Hubschraubern entscheidet die Qualität der Controls darüber, ob man quasi einen „Teig einrührt" oder ob auch die Simulation genau so direkt und sensibel am Steuer hängt wie in der Realität. Hubschrauberfliegen ist intuitive Millimeterarbeit an den Controls, denn durch das inhärent labile Gleichgewicht muss die Fluglage mit dem Stick permanent korrigiert werden. In der Realität sind die Steuerbewegungen mit zunehmender Erfahrung minimal, ja teilweise nur Druckverlagerungen.

Um dieses Feeling zu erreichen – und auch für realistische Präzision bei Flächenflugzeugen – begann die Entwicklung von X-DirectControl. Allerdings hatte X-Plane trotz aller Lorbeeren dabei schon noch seine Ecken und Kanten. Aber das Schöne an X-Plane ist auch, dass durch sog. Plugins eine Erweiterbarkeit bis hin zur direkten Interaktion mit der Simulation möglich ist und so die Tür für Freaks offen hält... [mehr]

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